Erhaltungsgrade

 

Die Erhaltungsgrade sind wohl mit das Wichtigste beim Sammeln von Banknoten.

Sie sind gleich wichtig wie die Seltenheit des Scheines, die Ausschlag gebend ist für die Preise.

Die Erhaltung wird meist in Englisch angegeben, selten in Deutsch. Trotzdem möchte ich die verschiedenen Angaben etwas abgleichen, um ein wenig Ordnung in die Sache zu bringen.

Ich habe im Internet eine schöne Seite gefunden, die das auch anhand von Bildern darstellt.
Es sind zwar chinesische Banknoten, aber man kann sich durch die Darstellung ein klareres Bild von dem machen,
was gemeint ist. Schade nur, dass sich fast nur professionelle Händler an diese Regelung halten und die privaten
Verkäufer z.B. bei eBay zum Teil traumhafte Beschreibungen und kunstvolle, teilweise bearbeitete Fotos einstellen,
um die Preise hoch zu treiben. Da sich viele gar nicht auskennen, manchmal nur zufällig erworbene Scheine verkaufen
wollen, schauen sie einfach nach, was Andere geschrieben haben und beschreiben ihren Schein genau so.
Dann bekommt man die teure Überraschung ein paar Tage später mit der Post.

In letzter Zeit ist mir häufig aufgefallen, daß gerade asiatische Banknoten mit einem breiten Sicherheitsstreifen
oder Logo aus Metall, sich verziehen und Wellen werfen. Sie sind meist nicht besser zu bekommen.
Das liegt meiner Meinung nach daran, daß das Notenpapier bei der hohen Luftfeuchtigkeit in Asien verarbeitet wurde
und hier in Europa dann völlig trocken wird. Es verändert sich das Papier minimal in seiner Größe,
der Metallstreifen aber nicht. So könnten dadurch die Wellen auf Grund der verschiedenen Spannungen auftreten.

Unter den Erhaltungsgraden findet Ihr noch eine kurze Beschreibung, wie man behandelte Banknoten erkennt und einstuft.

 

Die 7 Erhaltungsgrade :

 

UNC ~ I ~ Bkfr.  =  Bankfrisch
 
Die Banknote ist Druckfrisch und zeigt keinerlei
Gebrauchsspuren.
   

 

AUNC ~ I- ~ vzgl. = vorzüglich
 

Der Schein ist in fast druckfrischem Zustand und zeigt nur
"geringste" Gebrauchsspuren, weil er nur kurz im Umlauf war
oder von einem Sammler unsachgemäß behandelt wurde.
Es darf höchstens ein kleiner leichter Knick oder leicht

Keinesfalls eine Mittelfalte !

   

 

XF ~ EF ~ II ~ ss = extra fine oder sehr schön
 
Der Schein ist unbeschädigt, zeigt aber deutliche
Gebrauchsspuren, wie z.B. Falten, leichte Zerknitterung oder
leichte Verschmutzung. Die Ränder und Ecken weisen deutliche
Gebrauchsspuren auf.
   

 

VF ~ III ~ s = schön
 
Der Schein zeigt wesentliche Zeichen des Umlaufs.
Im Allgemeinen fühlt sich das Papier etwas weich an.
Er ist verschmutzt und weist eine Anzahl von Knicken auf.
Er ist zerknittert und an den Rändern sind manchmal
kleine Einrisse zu erkennen.
   

 

 

F ~ IV ~ sge = sehr gut erhalten
 
Ein Schein in diesem Zustand weist immer offensichtliche
Beschädigungen auf und das Papier wird sich weich anfühlen.
Risse sind lang und oft fehlen Teile des Randes oder der Ecken.
Der Schein ist stark verschmutzt.
Sammler verwenden oft verschiedenste Mittel,
um das Aussehen des Scheines zu verbessern.
   

 

 

VG ~ V ~ ge = gut erhalten
 
Ein Schein in diesem Zustand hat lange Risse,
die weit in den bedruckten Bereich hinein reichen.
Es fehlen aber keine Teile des Aufdruckes.
Auf der Note befinden sich nicht zu entfernende Flecke,
sie ist stark zerknittert und das Papier weich.
   

 

 

P ~ VI = poor/geringe Erhaltung
 
Die Banknote weist starke Beschädigung in allen Bereichen auf.
Oft fehlen Teile des Aufdruckes. Geldscheine in diesem Zustand
werden nur gesammelt, wenn sie sehr selten sind !
   

 

 

Die Erkennung bearbeiteter Banknoten  

|   Verfasser ist Banknotesworld.com Mitglied " WELTBANKNOTEN "   |


Mit Ausnahme der sehr alten Banknoten oder Notausgaben besitzt ein neuer Schein auf der Vorderseite einen leichten
Glanz, den man gut erkennen kann, wenn man die Banknote etwas schräg zum Licht hält. Eine gewaschene oder zum
Glattpressen angefeuchtete Banknote verliert unweigerlich diesen Glanzeffekt und wird stumpf, da die Fasern im Papier
durch die Feuchtigkeit aufquellen und sich beim Trocknen nicht mehr exakt so legen,
wie sie zuvor waren und die vorher glatte Oberfläche wird rauer.

Ebenso wirst Du bei einer zuvor geknickten Banknote die starken Knicke im geglätteten Papier
als leichte feine graue Linien erkennen, denn die Fasern brechen bei einem starken Knick und die Lichtdurchlässigkeit
des Papiers wird an dieser Stelle schlechter.

Du wirst auf Messen unter Umständen manchmal Sammler/Käufer sehen, die einen Schein gegen das Licht halten...
das geschieht oft, um genau eine solche Behandlung zu erkennen.

Ein weiteres Indiz einer gewaschenen/gepressten Banknote kann die generelle Struktur des Druckes sein.
In der Regel wird auf den farbigen Unterdruck der Banknote der Druck der Portraits und Guillochen
(die ineinander dicht verschnörkelten Randlinien) in einem Druckverfahren aufgebracht, welcher der Banknote
etwas das Aussehen eines "geprägten Schildes" gibt.
Der Druck ist auf der Vorderseite erhaben und auf der Rückseite der Banknote ist das Papier
entsprechend etwas eingedrückt. Du kannst diese Erhebungen und Vertiefungen meist gut erkennen,
wenn du bei guten Lichtverhältnissen eine Banknote nicht ganz parallel zur Richtung der Lichtquelle hältst
und von unten dagegen schaust.

Wenn ein Schein also gewaschen und gepresst wird, werden diese Erhebungen und Vertiefungen des Druckes
plattgedrückt und die Banknote schaut irgendwie lebloser aus, als eine neue.

Leider ist das Waschen und Pressen von Banknoten besonders in einem asiatischen Stadtstaat verbreitet,
daher vermeiden viele erfahrende Banknotensammler, von Verkäufern aus diesem Land,
ältere Banknoteneinzelstücke zu kaufen, da hier die Gefahr groß ist, einen gewaschenen/gepressten
Schein, statt einer wirklichen unzirkulierten Banknote, zu erhalten.

Eine solche Banknote ist - wenn man sie überhaupt als sammelwürdig ansieht - in der Erhaltung
mindestens eine Stufe unter dem Erhaltungsgrad einzustufen, den sie VOR dem Waschen/Pressen hatte.

Wenn du also beispielsweise einen Schein vor dir hast, der auf den ersten Blick Uncirculated erscheint,
aber beim genaueren Schauen auf oben genannte Merkmale feststellst, dass die Banknote vorher mal
in etwa Very Fine gewesen sein muss, dann ist sie trotz des geschönten Aussehens nur als Fine anzusehen!

Man kann die Banknote auch zum Testen auf den Scanner legen.
Bei gewaschenen/gepressten Scheinen sieht man meist im Scan feine braune Schlieren vom ehemaligem Dreck
und oft riechen sie nach Chlor.

Man sollte versuchen den Kauf solcher geschönten Scheine zu vermeiden. Sie fallen Kennern einfach beim Betrachten
der Sammlung auf und man bekommt sie auch nur schwierig wieder abgestoßen.
Oft kommt dann auch der Ärger hinten nach, wenn der Käufer dann auch erkennt, dass der geschönte Schein
einfach nicht seinen Erwartungen entspricht. Es sei denn, er hat den Schein wissentlich als behandelten Schein gekauft!

---> Ein Link zu Moneypedia zum Thema Erhaltungsgrade <---